01-Warschau und Kazimierz Dolny
Sonntag, 15.09.2019
Heute wollten wir in Richtung Zypern aufbrechen. Das hat leider nicht geklappt. Am Mittwoch haben wir von den Stadtwerken den Glasfaseranschluss bekommen. Bis alles auf den Computern und Handys verstanden und eingerichtet ist, das dauert. Und ob der sichere Zugriff von irgendwo auf der Welt über VPN (Virtuelles privates Netzwerk, das kann man sich vorstellen wie einen Tunnel zwischen dem Tablett das wir mithaben und dem Router zu Hause. Da kann keiner mitlesen!) auf unsere „Fritz!Box zu Hause“ klappt, da bin ich mir nicht sicher.
16. September 2019, Montag
Los geht’s um 11.00 Uhr bei Kilometerstand 158 520. In fast genau vier Monaten wollen wir wieder zurück sein. Auf einer etwas eigenartigen Route wollen wir nach Zypern fahren.
Über Warschau und Lemberg nach Kiew. Weiter nach Odessa, Moldawien, Rumänien und Bulgarien, in eine der beiden diesjährigen Kulturhauptstädte Europas nach Plowdiv. Überall am Rande gibt es unglaublich viel zu entdecken. Kultur, Geschichte, Menschen und Nachdenkliches.
Die Türkei erwartet uns und wird uns hoffentlich freundlich, friedlich empfangen. An Istanbul werden wir uns nördlich „vorbeimogeln“. Über Ankara fahren wir dann durch die anatolische Hochebene und schauen uns dort irgendwo die Ausgrabungsstätte einer der ältesten Städte der Welt an. Bis zur Fähre nach Nordzypern ist es dann nicht mehr so weit. Ja und dann folgen ein bis zwei Monate „Zypern ansehen“. Weihnachten und Jahreswechsel unter Palmen! Wir freuen uns drauf.
Der Rückweg hängt vom Wetter ab. Wo liegt Schnee auf den Straßen rum und wo kommen wir gut durch den winterlichen Verkehr nach Hause. Das kann also die Uferlinie des Mittelmeeres und der Adria bis nach Triest sein oder auch durch den Balkan über Ungarn, die Slowakei und Tschechien bis nach Hause.
Wir glauben, es wird wieder spannend.
Bis Oranienburg zuckeln wir auf der B96 so vor uns hin. Ab hier gibt es bis hinter Posen, genau Wreschen/Wrzeshia nur noch Autobahn. In Polen ist Maut zu zahlen, mal Strecken bezogene Maut mit Ticket ziehen und am Schluss bezahlen und mehrere Male Abschnitt bezogene Maut mit an die Zahlstelle ranfahren und bezahlen. Dank EC-Karte ist die Bezahlung kein Problem.
18.15 Uhr Camping Wreschen an einem kleinen aufgestauten länglichen See.
N52,3328° E17,5532°
17.September 2019, Dienstag
Aufwachen auf dem Campingplatz in Wreschen. Um halb sieben ist es hier schon richtig hell. Die Sonne scheint ins Fenster. Wir sind 4° östlich von Neustrelitz und da geht die Sonne rund 16 Minuten früher auf.
Zu Wreschen lese ich bei Wikipedia:
Wreschen gehörte nach der dritten Teilung Polens von 1793 bis 1807 zu Preußen. Durch den Frieden von Tilsit kam es zu Herzogtum Warschau. Nach dem Wiener Kongress 1815 wieder zu Preußen. Als Teil der Provinz Posen wurde Wreschen 1871 Teil des neu gegründeten Deutschen Reiches. 1918 begann in der Provinz Posen der „Großpolnische Aufstand“ der polnischen Bevölkerungsmehrheit (1890 waren 85% der Einwohner Polen). 1919 ging Wreschen mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrags an Polen. 1939 erneute deutsche Besatzung, die im Januar 1945 mit dem Einmarsch der Roten Armee endete.
Die knapp 300 km bis nach Warschau fahren sich auf neuer Autobahn sehr gut. Hier sind einige Denkmäler mit Blumen geschmückt. Heute vor 80 Jahren, am 17. September 1939 marschierte die Rote Armee ab 6 Uhr ohne Kriegserklärung von Osten her in Polen ein.
Bei Wikipedia steht sinngemäß: Den 20 000 polnischen Soldaten des Grenzschutzkorps der polnischen Armee standen 4700 Panzer, 620 000 bis 800 000 Soldaten und 3 300 Flugzeuge der sowjetischen Seite gegenüber! Großbritannien und Frankreich hatten für den Fall eines Angriffs einer europäischen Macht eine Garantie für die Unabhängigkeit Polens abgegeben. In einem geheimen Zusatzprotokoll war diese Garantie auf den Angriff des Deutschen Reiches beschränkt worden, so dass die sowjetische Besetzung keine Reaktion der Garantiemächte auslöste.
In Warschau nehmen wir den Campingplatz, eigentlich ist es ein Wohnmobil- und Wohnwagenstellplatz. Von hier aus ist man per Bus in einer Stunde in der Stadt.
Übernachtung: N52.1779°, E21.1478°
18. September 2019, Mittwoch
Ein Tag in Warschau
In der Nacht hat es geregnet. Ab 11 Uhr soll es nicht mehr regnen. An der Rezeption kaufen wir für je rund 4,50€ eine Tageskarte für Busse und Bahnen. Im Bus 146 entwerten. Ab jetzt können wir den ganzen Tag mit Bus, Straßenbahn und Metro durch Warschau fahren.
Einmal durch die historische Altstadt. Kaum zu glauben: am Ende des zweiten Weltkrieges war hier kein Stein mehr auf dem anderen.
Nach alten Plänen und Bildern wurde die Altstadt von Warschau wieder, dem Original ähnlich, aufgebaut. Was hier geschaffen wurde, das verdient allerhöchsten Respekt.
19. September 2019, Donnerstag
Von Warschau nach Kazimierz Dolny und weiter nach Zamosc
Gestern erzählten uns holländische Reisende von Kazimierz Dolny. Nachsehen im Internet ergab, da müssen wir hin. Ein nettes kleines Städtchen an der Weichsel. 2600 Einwohner leben hier und werden von Touristen förmlich überrannt. Die Lage an der Weichsel und in einem Seitental der Weichsel ist einfach schön. Bewaldete Hügel über der Stadt, einige Kirchen, eine Schlossruine, ein sehr großer und gut belebter Marktplatz künden von erfolgreichen Zeiten am großen Handelsweg vom Mittelmeer zum Baltikum. Ausgeschilderte Wanderwege und geschäftstüchtige Leute aus Kazimiersz Dolny liefern guten Service in einem sehr angenehmen Ambiente.
Ein weiterer Auslöser, hierher zu fahren, ist der Hinweis auf das rund 700 m lange „Baumwurzeltal“. Wasser und Wind haben ein tief eingeschnittenes Tal in den weichen Lößboden gegraben und dabei die Wurzeln der Bäume zum Teil bis in über 5m Tiefe freigelegt. Gar wundersame Gebilde sind dabei entstanden. Wir wandern „wie unter dem Erdboden“ und sehen Wurzeln, die sich zu Stämmen und Zweigen „umentwickelt“ haben. Die Natur ist unglaublich anpassungsfähig und findet immer neue und sinnvolle Lösungen für das Überleben der Lebewesen!
Auf dem Rückweg zum Parkplatz fängt es an zu regnen. Da macht es Sinn noch über 100 km bis zum Campingplatz in Zamocs zu fahren.
Ü: Camping Zamosc; rund 15€ bzw 59 Zloty; Koordinaten: 50.720165, 23.9244
Eine Überlegung zur Infrastrucktur: Auf den ersten rund 50 km von Warschau in Richtung Lublin wurde die Autobahn S17 neben der alten Straße neu gebaut. Danach konnten wir das Fahren auf der fertigen neuen Autobahn so richtig genießen! Was auch hier im Osten an neuen und sanierten Straßen gebaut wurde ist phantastisch.
Heute wollten wir in Richtung Zypern aufbrechen. Das hat leider nicht geklappt. Am Mittwoch haben wir von den Stadtwerken den Glasfaseranschluss bekommen. Bis alles auf den Computern und Handys verstanden und eingerichtet ist, das dauert. Und ob der sichere Zugriff von irgendwo auf der Welt über VPN (Virtuelles privates Netzwerk, das kann man sich vorstellen wie einen Tunnel zwischen dem Tablett das wir mithaben und dem Router zu Hause. Da kann keiner mitlesen!) auf unsere „Fritz!Box zu Hause“ klappt, da bin ich mir nicht sicher.
16. September 2019, Montag
Los geht’s um 11.00 Uhr bei Kilometerstand 158 520. In fast genau vier Monaten wollen wir wieder zurück sein. Auf einer etwas eigenartigen Route wollen wir nach Zypern fahren.
Über Warschau und Lemberg nach Kiew. Weiter nach Odessa, Moldawien, Rumänien und Bulgarien, in eine der beiden diesjährigen Kulturhauptstädte Europas nach Plowdiv. Überall am Rande gibt es unglaublich viel zu entdecken. Kultur, Geschichte, Menschen und Nachdenkliches.
Die Türkei erwartet uns und wird uns hoffentlich freundlich, friedlich empfangen. An Istanbul werden wir uns nördlich „vorbeimogeln“. Über Ankara fahren wir dann durch die anatolische Hochebene und schauen uns dort irgendwo die Ausgrabungsstätte einer der ältesten Städte der Welt an. Bis zur Fähre nach Nordzypern ist es dann nicht mehr so weit. Ja und dann folgen ein bis zwei Monate „Zypern ansehen“. Weihnachten und Jahreswechsel unter Palmen! Wir freuen uns drauf.
Der Rückweg hängt vom Wetter ab. Wo liegt Schnee auf den Straßen rum und wo kommen wir gut durch den winterlichen Verkehr nach Hause. Das kann also die Uferlinie des Mittelmeeres und der Adria bis nach Triest sein oder auch durch den Balkan über Ungarn, die Slowakei und Tschechien bis nach Hause.
Wir glauben, es wird wieder spannend.
Bis Oranienburg zuckeln wir auf der B96 so vor uns hin. Ab hier gibt es bis hinter Posen, genau Wreschen/Wrzeshia nur noch Autobahn. In Polen ist Maut zu zahlen, mal Strecken bezogene Maut mit Ticket ziehen und am Schluss bezahlen und mehrere Male Abschnitt bezogene Maut mit an die Zahlstelle ranfahren und bezahlen. Dank EC-Karte ist die Bezahlung kein Problem.
18.15 Uhr Camping Wreschen an einem kleinen aufgestauten länglichen See.
N52,3328° E17,5532°
17.September 2019, Dienstag
Aufwachen auf dem Campingplatz in Wreschen. Um halb sieben ist es hier schon richtig hell. Die Sonne scheint ins Fenster. Wir sind 4° östlich von Neustrelitz und da geht die Sonne rund 16 Minuten früher auf.
Zu Wreschen lese ich bei Wikipedia:
Wreschen gehörte nach der dritten Teilung Polens von 1793 bis 1807 zu Preußen. Durch den Frieden von Tilsit kam es zu Herzogtum Warschau. Nach dem Wiener Kongress 1815 wieder zu Preußen. Als Teil der Provinz Posen wurde Wreschen 1871 Teil des neu gegründeten Deutschen Reiches. 1918 begann in der Provinz Posen der „Großpolnische Aufstand“ der polnischen Bevölkerungsmehrheit (1890 waren 85% der Einwohner Polen). 1919 ging Wreschen mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrags an Polen. 1939 erneute deutsche Besatzung, die im Januar 1945 mit dem Einmarsch der Roten Armee endete.
Die knapp 300 km bis nach Warschau fahren sich auf neuer Autobahn sehr gut. Hier sind einige Denkmäler mit Blumen geschmückt. Heute vor 80 Jahren, am 17. September 1939 marschierte die Rote Armee ab 6 Uhr ohne Kriegserklärung von Osten her in Polen ein.
Bei Wikipedia steht sinngemäß: Den 20 000 polnischen Soldaten des Grenzschutzkorps der polnischen Armee standen 4700 Panzer, 620 000 bis 800 000 Soldaten und 3 300 Flugzeuge der sowjetischen Seite gegenüber! Großbritannien und Frankreich hatten für den Fall eines Angriffs einer europäischen Macht eine Garantie für die Unabhängigkeit Polens abgegeben. In einem geheimen Zusatzprotokoll war diese Garantie auf den Angriff des Deutschen Reiches beschränkt worden, so dass die sowjetische Besetzung keine Reaktion der Garantiemächte auslöste.
In Warschau nehmen wir den Campingplatz, eigentlich ist es ein Wohnmobil- und Wohnwagenstellplatz. Von hier aus ist man per Bus in einer Stunde in der Stadt.
Übernachtung: N52.1779°, E21.1478°
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| Campingplatz Warschau |
18. September 2019, Mittwoch
Ein Tag in Warschau
In der Nacht hat es geregnet. Ab 11 Uhr soll es nicht mehr regnen. An der Rezeption kaufen wir für je rund 4,50€ eine Tageskarte für Busse und Bahnen. Im Bus 146 entwerten. Ab jetzt können wir den ganzen Tag mit Bus, Straßenbahn und Metro durch Warschau fahren.
Einmal durch die historische Altstadt. Kaum zu glauben: am Ende des zweiten Weltkrieges war hier kein Stein mehr auf dem anderen.
Nach alten Plänen und Bildern wurde die Altstadt von Warschau wieder, dem Original ähnlich, aufgebaut. Was hier geschaffen wurde, das verdient allerhöchsten Respekt.
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| Blick auf die Weichsel vom Marie Curie Denkmal aus. |
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| Tolles Denkmal für eine tolle Forscherin! |
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| In Warschau |
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| Eingang zur Altstadt |
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| Wieder hergestellter Marktplatz |
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| Warschauer Schloss |
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| Blick auf die Altstadt |
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| Eine Fußgängerzone in Warschau |
19. September 2019, Donnerstag
Von Warschau nach Kazimierz Dolny und weiter nach Zamosc
Gestern erzählten uns holländische Reisende von Kazimierz Dolny. Nachsehen im Internet ergab, da müssen wir hin. Ein nettes kleines Städtchen an der Weichsel. 2600 Einwohner leben hier und werden von Touristen förmlich überrannt. Die Lage an der Weichsel und in einem Seitental der Weichsel ist einfach schön. Bewaldete Hügel über der Stadt, einige Kirchen, eine Schlossruine, ein sehr großer und gut belebter Marktplatz künden von erfolgreichen Zeiten am großen Handelsweg vom Mittelmeer zum Baltikum. Ausgeschilderte Wanderwege und geschäftstüchtige Leute aus Kazimiersz Dolny liefern guten Service in einem sehr angenehmen Ambiente.
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| Kazimiersz Dolny, an der Weichsel |
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| Kazimiersz Dolny, oben die Burgruine |
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| Kazimiersz Dolny, Marktplatz mit Pfarrkirche |
Ein weiterer Auslöser, hierher zu fahren, ist der Hinweis auf das rund 700 m lange „Baumwurzeltal“. Wasser und Wind haben ein tief eingeschnittenes Tal in den weichen Lößboden gegraben und dabei die Wurzeln der Bäume zum Teil bis in über 5m Tiefe freigelegt. Gar wundersame Gebilde sind dabei entstanden. Wir wandern „wie unter dem Erdboden“ und sehen Wurzeln, die sich zu Stämmen und Zweigen „umentwickelt“ haben. Die Natur ist unglaublich anpassungsfähig und findet immer neue und sinnvolle Lösungen für das Überleben der Lebewesen!
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| "Baumwurzeltal" in Kazimiersz Dolny |
Auf dem Rückweg zum Parkplatz fängt es an zu regnen. Da macht es Sinn noch über 100 km bis zum Campingplatz in Zamocs zu fahren.
Ü: Camping Zamosc; rund 15€ bzw 59 Zloty; Koordinaten: 50.720165, 23.9244
Eine Überlegung zur Infrastrucktur: Auf den ersten rund 50 km von Warschau in Richtung Lublin wurde die Autobahn S17 neben der alten Straße neu gebaut. Danach konnten wir das Fahren auf der fertigen neuen Autobahn so richtig genießen! Was auch hier im Osten an neuen und sanierten Straßen gebaut wurde ist phantastisch.
























Ihr seid schon wieder los? Na dann gutes Gelingen und Unfall freie Fahrt!
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