19-Herbst-Ukraine-Zypern-02 Lviv/Lemberg-Ivano Frankivsk-Czernovitz-Kiew

Von Lemberg, Czernovitz, Chotyn, Kamjanez-Podilzkyj nach Kiew


20.September 2019, Freitag
Von Zamosc Richtung Grenze, vor der Grenze nochmal beim Lidl einkaufen. Dann um 12.20 Uhr Anstellen an der Grenze. Die Anfahrt ist nicht eindeutig. Rechte Seite LKW-Schlange, diese kann man überholen. Kurz vor der Grenze PKW-Schlange, wir überholen auch hier, müssen dann umdrehen und uns hinten anstellen. 12.50 Uhr wir sind durch, jetzt weiterfahren zur Einreise in die Ukraine. 13.45 Uhr, wir meinen, wir sind durch. Denkste! Am letzten Schlagbaum fehlt irgendwas, also zurück. Wir bekommen einen Zettel und mit dem kommen wir durch!
Weiter nach Lviv / Lemberg. Dank iOverländer, das ist eine APP, finden wir den bewachten Parkplatz in der Nähe zur Altstadt.

Die ukrainischen Straßen bis hierher sind nicht die Besten, aber die Straßen in Lviv selbst setzen dem noch eins drauf. Asphalt wurde auf die Pflastersteine geschüttet. Die darauf fahrenden Fahrzeuge haben den Asphalt so verformt, das riesige Löcher und Aufwölbungen entstanden sind. Das Ganze auch noch bergauf und bergab. Das kann man nicht glauben.
Es wird langsam dunkel, also ab ins Zentrum. Die Stadt gefällt uns sehr, irgendwie heimelig.
Übernachtungsplatz: 49.841036, 24.038872

Lviv Opernhaus

Lviv - Straßenszene





21. September 2019, Samstag
Ein Tag in Lemberg
Der Weg in die Altstadt ist kurz. Laufen ist angesagt. Wir kommen kurz vor Mittag los. Und das ist gut so. Nach fünf Stunden Laufen und im Cafe‘ verbringen sind wir gegen 17.00 Uhr zurück am Wohnmobil.
Basar in Lemberg



Lemberg - Opernhaus


Petro Poroschenko auf Wahlkampf in Lemberg




Im Dunkeln nochmal in die Innenstadt. Wow, hier ist was los!!! Überall junge Leute, Musiker spielen, es wird auf den Straßen getanzt. Eine unglaubliche Stimmung! Wir sind begeistert von dieser tollen Stadt. Lviv hat mehrere Universitäten und Hochschulen, Lebensfreude pur.



Auf der Seite der Uni Oldenburg ist über Lviv zu lesen:
Auf einem Hügel Lembergs ließ Fürst Danylo (1223–1264, seit 1253 König) eine Burg errichten. Sein Sohn Lev (1270–1301) baute die Stadt aus und machte sie zu seiner Residenz. Erstmals erwähnt wurde Lemberg im Jahre 1256. Zwischen 1340 und 1349 gehörte die Stadt zum Litauischen Reich. 1349 fiel Lemberg an die polnische Krone, bei der es – mit Ausnahme eines kurzen ungarischen Intermezzos (1370–1387) unter König Ludwig von Polen und Ungarn - bis zur Ersten Teilung Polens blieb. Lemberg erhielt 1356 das Magdeburger Stadtrecht und 1444 das Stapelrecht. Zusammen mit früheren Handelsprivilegien und der verkehrsgünstigen Lage bildete dieses die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt.

Lemberg ist nach Lev (Löwe), dem Sohn des Fürsten von Galizien-Wolhynien Danylo Romanovyč (Halyc'kyj), benannt.
poln. Lwów; jidd. Lemberg; russ. Львов, translit. L'vov; lat. Leopolis

Mit dem Aufschwung zum Handelszentrum fand eine ethnisch gemischte Zuwanderung statt. Im 15. und 16. Jahrhundert lebten Polen, Ruthenen, Juden, Armenier, Griechen, Italiener und Tataren in der Stadt. 1544 hatte die Stadt etwa 3.000 Einwohner, 2.700 Menschen lebten in den Vorstädten.[1] 1772 hatte Lemberg etwa 30.000 und 1910 206.100 Einwohner: 88,9 % gaben 1910 Polnisch, 8,7 % Ruthenisch (Ukrainisch) und 2,3 % Deutsch als Umgangssprache an. 
Während des Ersten Weltkriegs wurde Lemberg für mehrere Monate von russischen Truppen besetzt. Nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns wurde Lemberg Hauptstadt der Westukrainischen Volksrepublik, deren Truppen am 1. November 1918 die Kontrolle über die Stadt übernahmen. Es folgten dreiwöchige Straßen- und Häuserkämpfe gegen polnische Milizen, die nach Eintreffen von Entsatztruppen mit einem polnischen Sieg endeten. Nach Abzug der ukrainischen Truppen kam es zu einem dreitägigen Pogrom, der v. a. von polnischen Soldaten begangen wurde und bei dem 74 Juden ermordet wurden. Vorwand war die angebliche Kollaboration der jüdischen Bevölkerung mit den Ukrainern. Mit dem Sieg Polens im polnisch-ukrainischen Krieg endete auch die Existenz der Westukrainischen Volksrepublik und Lemberg wurde Hauptstadt einer polnischen Woiwodschaft. Der öffentliche Raum wurde polonisiert und die ukrainische Bevölkerung diskriminiert. Seit dem alliierten Botschafterbeschluss von 1924 gehörte die Region zu Polen.
Als Ergebnis des Hitler-Stalin-Pakts fiel die Stadt nach kurzer Belagerung an die Sowjetunion und die Region wurde nach einem unfreien Volksentscheid in die Ukrainische SSR integriert. Terror und Repressionen gegen alle Teile der Bevölkerung kennzeichneten diese Phase. Die deutsche Minderheit wurde ins Deutsche Reich ausgesiedelt. Am 30. Juni 1941 wurde die Stadt von deutschen Truppen eingenommen. Mitglieder der Organisation Ukrainischer Nationalisten (Bandera-Fraktion) proklamierten eine ukrainische Regierung, die von den Deutschen nicht anerkannt wurde. Am selben Tag begann ein Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung, dem etwa 7.000 Personen zum Opfer fielen. Die Täter stammten überwiegend aus Kreisen der ukrainischen Milizen, die mit den Deutschen kollaborierten. In den folgenden beiden Jahren kam die gesamte jüdische Bevölkerung entweder im Ghetto, im Zwangsarbeiterlager Lemberg oder im Vernichtungslager Bełżec ums Leben. Während des Krieges ermordeten die deutschen Besatzer auch zahllose Ukrainer und Polen. Gleichzeitig verschärfte sich der ukrainisch-polnische Konflikt. Nach Rückkehr der Roten Armee im Juli 1944 wurde fast die gesamte polnische Bevölkerung gezwungen, die Stadt zu verlassen. Nationalukrainische Partisanen kämpften noch jahrelang bewaffnet gegen die Sowjetisierung der Region. Ukrainer aus Polen, aus dem ländlichen Umland und aus der Ost- und Zentralukraine sowie zahlreiche Arbeiter und Funktionäre aus der Sowjetunion, darunter viele Russen, kamen in die Stadt.
Unter sowjetischer Herrschaft wuchs die Stadt rapide und wurde industrialisiert, gleichzeitig wurde sie zum kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum ausgebaut. In den 1980er Jahren wurde sie zum Zentrum der ukrainischen Unabhängigkeitsbewegung.

22. September 2019, Sonntag
Von Lviv nach Ivano Frankivsk
Gegen 11 Uhr kommen wir in Lviv los. Wir wollen nach Ivano Frankivsk, das ist eigentlich über 100 km entfernt. Bei MapsMe recherchiere ich nach Parkplätzen in Ivano Frankivsk. Jetzt sind es nur noch 25 km ??? Freuen und ohne groß nachzudenken los fahren. Und wir landen irgendwo in einem Ort, der so ähnlich heißt und tatsächlich 25 km von Lviv entfernt ist. Nur, hier bestehen die Straßen aus Sand. Hier sind wir definitiv falsch!
Unsere Handy-Dame Klara wird neu befragt und jetzt fahren wir tatsächlich nach Ivano Frankivsk.
Unterwegs Wasserquelle an einem Schrein: 49.564911, 24.307219
Bei Google suchen wir bewachte Parkplätze, es soll auch welche geben. In Wirklichkeit gibt es sie nicht mehr. Es wird abgerissen und neu gebaut. Zentrumsnahe bisherige Parkplätze sind attraktiver Baugrund! Wir fahren viele Plätze an. Nichts für uns dabei. Damit entfällt die abendliche Stadtbesichtigung und der Tatort aus Weimar hat zwei Zuschauer mehr.
Beim Umherirren durch die Stadt stellen wir fest, auch hier kann man bestimmt gut leben. Sicher es gibt noch sehr viel zu tun.
Beim Einfahren in die Stadt gab es eine brenzlige Situation. Zweispurige Straße in die Stadt, wir auf der linken Seite, Spurwechsel nach rechts bei 60 km/h kündige ich per Blinker an. Plötzlich, aus dem Nichts heraus überholt uns rechts ein Auto mit 100. Das war knapp!
Übernachtung: in der Nähe der Technischen Universität 48.929428, 24.692254

23. September 2019, Montag
Ivano Frankivsk nach Czernovitz
Die Sonne weckt uns. 10 Uhr Abfahrt nach Czernovitz. 138 km liegen bei bestem Altweibersommerwetter vor uns. 138 km können ganz lang sein, Löcher, Aufwerfungen und ganz wenig gut zu fahrende Straße! Am Nachmittag kommen wir in Czernovitz an und können uns noch die Innenstadt im Hellen ansehen. Am Abend nochmal einen Kilometer zum Essen in die Fußgängerzone.
Ü: bewachter Parkplatz 48.289097, 25.949986







24. September 2019, Dienstag
Von Czernovitz nach Chmelnyzky
60 km von Czernovitz entfernt liegt die Festung Chotyn am Ufer des Dnistr. Hier war mal die Grenze der Bukowina (k-u-k Österreich-Ungarn) zur Ukraine. Also wurde damals auch hier ein Verteidigungsfort gebaut. Die zentralen Anlagen der Burg sind schön wieder aufgebaut. Den größten Teil der mächtigen Mauern hat sich wahrscheinlich die Bevölkerung als Baumaterial geholt und die Natur als ihr eigen zurück geholt. Bei bestem Sonnenschein genießen wir die Aussicht über den Dnistr und die schön anzusehende Vergangenheit.
Fotografierstelle

Die alte Burg im Zentrum der Festung


Festungskirche

Ein Teil der ehemaligen äußeren Befestigungsmauer.

In der Burg

30 km weiter in Kamjanez-Podilskyj, beeindruckt die Lage des historischen Ortszentrums. Der Fluss Smotrytsch hat sich hier eine in rund 500 x 1000m lange Schleife um den harten Fels gegraben. Der schleifenförmige Canyon ist über 30m tief und etwa 150m breit.
Altstadt auf dem Felsen von einem Canyon umgeben.  

Die Stadt galt wegen ihrer Lage und wegen des Verteidigungsforts als uneinnehmbar. Polen, Ukrainer, Armenier und Juden prägten ihre Geschichte.
Blick in den Canyon

Canyongrund mit Fluß

Blick auf die Festung (oben rechts) und das Elektrizitätswerk unten.

Blick in die Stadt auf dem Felsen

Die außerhalb der Stadt gelegene Festung.


Oben die Altstadt mit Befestigungsanlagen, darum der grüne Canyon von der äußeren Festung aus gesehen.

In Chmelnyzki finden wir einen Übernachtungsplatz vor einem Möbelhaus. 49.4362, 26.9868
Unser Autoradio samt Rückfahrtkamera ist ausgefallen. Da wir die Rückfahrtkamera als Rückspiegel nutzen muss bald eine Lösung her.

25. September 2019, Mittwoch
Von Chmelnyzki nach Kiew - Fahrtag
Die Ukraine ist ein großes Land und die Straßen lassen einen auch nicht sehr schnell fahren.
Eine Dusche ist mal wieder nötig und das Wasser muss auch aufgefüllt werden. Unsere TIR-APP weist uns den Weg dorthin. Und eine Angestellte der Fernfahreraststätte erzählt uns, das sie in Neustrelitz am Ende der DDR war. Ihr Mann war Offizier der sowjetischen Armee. Wir zeigen ihr Bilder aus Neustrelitz. Aber, so richtig kann sie sich nicht erinnern. Ihre beiden Kinder sind in dieser Zeit geboren und dann waren diese unübersichtlichen Zeiten mit dem Zerfall des sozialistischen Lagers, der sowjetischen Armee und vor Allem Unsicherheit. Schade, dass wir uns nicht besser verständigen konnten.
Für Kiew haben wir uns einen Platz in der Nähe zur Metro ausgesucht. In der ersten Nacht stehen wir in der Nähe zur Magistrale.
Am Tage steht man hier sicher und günstig zur Metro. Nachts ist es durch die Rollgeräusche der Magistrale zu laut.

Das war etwas zu laut. 50.39945, 30.645812 

Kommentare

  1. Schöne Bilder , gute Entscheidung, die Route zu ändern. Ihr müsst keine Helden spielen! Passt auf Euch auf. Gute Weiterfahrt !

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