19-Herbst-Ukraine-Zypern-03 Kiew-Dnipro-Odessa
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| Von Kiew bis Odessa |
Bei regnerischem Wetter wachen wir auf. Unsere WetterApp verspricht uns auch kein Stadtbesichtigungswetter. Ok wir haben verstanden. Das ist das richtige Wetter um sich ein neues Autoradio samt Einbau zu leisten.
Wir sind dank unserer ukrainischen SIM-Karte informationstechnisch bestens ausgerüstet. Nach Autoelektrik suchen, ein Bosch-Dienst ist rund 10km entfernt. Dank unserer Navidame Klara ist die Navigation dorthin kein Problem. Nur, die vielen Autos die auch irgendwo hin wollen, die kann sie nicht beeinflussen, stop-and-go! Es dauert seine Zeit, dann sind wir beim Bosch-Dienst. Autoradios ham’wa nich, aber ich kann euch sagen, wo die nächste FORD-Werkstatt ist. Klara führt uns durch stop-and-go die rund 10 km hin. Ford hat auch keine Autoradios, weiß aber, wo es welche gibt. Rund 500m entfernt ist ein Autoteile-Kaufhaus. Bis dahin sind es wegen der Verkehrsführung über 5 Kilometer. Nochmal stop-and-go. Ja, ich kann ein Autoradio haben, mit allem was ich will. Wer baut mir das ein? Nochmal 500m in die Gegenrichtung entfernt ist eine Autowerkstatt. Jetzt 6km bis zur 500m entfernten Autowerkstatt. Kein Problem, wir haben das was du willst und bauen es auch ein. Der Preis war auch in Ordnung, 140 Euro für ein 2-DIN-Autoradio mit Rückwärts- und Einparkkamera. Der Einbau war abenteuerlich. Seitenschneider, Abisolierzange und viel Isolierband. Es funktioniert nicht alles perfekt, aber das was wir brauchen, die Rückwärtskamera als Rückwärtsspiegel und die Einparkkamera funktionieren. Und das Display spiegelt stark, das merken wir aber erst bei Sonnenschein. Trotzdem sind wir froh, denn wir können den Verkehr hinter uns beobachten und das ist uns wichtig!
Die Rückfahrt dauert durch den nachmittäglichen Verkehr nochmal seine Zeit. Diesmal stellen wir uns zum Übernachten weit entfernt von der lauten Magistrale auf einem bewachten Parkplatz. (50.392004, 30.642657)
Am Abend in das Wohngebiet rein und beim Georgier ganz lecker essen.
27. September 2019, Freitag
Ein Tag in Kiew mit Metro, zu Fuß und mit dem Bus
Vom Übernachtungsplatz fahren wir in die Nähe zur Metro. Hier steht unser Auto in der Nähe eines bewachten Parkplatzes sicher. Auf dem bewachten Parkplatz will die Dame uns nicht haben, es seien alles persönliche Parkplätze. Das kann sogar sein. In allen Wohngebieten gibt es ganz viele bewachte und umzäunte Parkplätze. Fast alle Privatautos stehen auf kostenpflichtigen Plätzen.
Zur Metro laufen und bis zum Maidan fahren.
Laut Duden: Namensbestandteil zahlreicher Plätze und Siedlungen besonders in arabischen Ländern, im Iran, in Polen und der Ukraine.
Die Metro rattert wie in Moskau laut durch die Unterwelt von Kiew. Je mehr wir in die Innenstadt kommen, umso voller wird der Zug. Enger Körperkontakt ist angesagt. Über lange Rolltreppen und lange Tunnel nach oben ans Licht. Und schon stehen wir auf dem Euromaidan.
In der Neuen Züricher Zeitung ist zu lesen:
Die Revolution in der Ukraine 2013/14 führte über mehrere Eskalationsstufen bis zum Krieg in der Ostukraine. Anbei eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse.
2013
21. November: Unter russischem Druck verweigert der ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch die Unterschrift unter das Assoziierungsabkommen mit der EU. Vor allem Studenten gehen in Kiew dagegen auf die Strasse.
30. November: Die Polizei verprügelt die Demonstranten auf dem Platz der Unabhängigkeit (Maidan Nesaleschnosti). Das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte weckt den Widerstand in der breiten Bevölkerung. In den folgenden Wochen finden in der Hauptstadt regelmässige Demonstrationen mit bis zu 800 000 Teilnehmern statt. Sie besetzen dabei auch mehrere Verwaltungsgebäude und fordern den Rücktritt des Präsidenten. Gegen Jahresende flauen die Proteste allerdings ab.
2014
16. Januar: Das ukrainische Parlament schränkt mit einem drakonischen Gesetz die Versammlungs- und Meinungsfreiheit ein. Daraufhin flammen erneut Demonstrationen auf – und schlagen um in Gewalt. Um eine Räumung des Maidan zu verhindern, werden Barrikaden mit brennenden Autoreifen errichtet.
18. bis 20. Februar: Die Sicherheitskräfte schiessen mit scharfer Munition auf die Demonstranten. Rund 100 Personen werden getötet, knapp 1000 verletzt.
21. Februar: Unter polnischer, französischer und deutscher Vermittlung einigt sich Janukowitsch mit Vertretern der Opposition auf einen Kompromiss: Rückkehr zur parlamentarischen Verfassung von 2004, ein Amnestiegesetz und vorgezogene Präsidentschaftswahlen in zehn Monaten. Die Demonstranten auf dem Maidan aber lehnen das Abkommen ab und fordern Janukowitschs sofortigen Rücktritt.
22. Februar: Janukowitsch verliert den Rückhalt in den eigenen Reihen und vonseiten der Sicherheitskräfte. Er flieht in der Nacht in die Ostukraine und später mit russischer Hilfe von der Schwarzmeerhalbinsel Krim nach Russland. Das Parlament in Kiew wählt derweil eine Regierung und einen Übergangspräsidenten.
27. Februar: Bewaffnete Männer umstellen das Regionalparlament auf der Krim. In einer irregulären Abstimmung wählen die Abgeordneten eine neue Regierung und beschliessen ein Unabhängigkeitsreferendum. Der Kreml setzt russische Soldaten ohne Hoheitsabzeichen ein, um die Halbinsel zu annektieren.
3. März: Der russische Uno-Botschafter präsentiert im Sicherheitsrat einen Brief von Janukowitsch an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Darin fordert er den Kremlchef auf, seine Armee einzusetzen, um in der Ukraine wieder für «Gesetz und Ordnung» zu sorgen. Bereits am 1. März hatte der russische Föderationsrat einen Truppeneinsatz in der Ukraine genehmigt. Russland hatte an der Ostgrenze der Ukraine bereits rund 40 000 Soldaten konzentriert und führte Manöver durch.
Der Platz ist zur Erinnerung mit Stahlstelen / Stahlplatten gestaltet. Menschen, Beteiligte oder Verwandte erinnern an die Ereignisse vor fünf Jahren. Auch wir kaufen ein geflochtenes Armband in den Farben der Ukraine. Neueste europäische Geschichte und im Hintergrund der Krieg in der Ostukraine und die Annexion der Krim. Der Kampf um Einfluss und Macht, auf dem Rücken der einfachen Leute. Das ist einfach schrecklich!
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| Erinnerungsstätte auf dem Maidan |
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| Maidan mit Blumenuhr |
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| Blick auf die andere Seite des Maidan |
Weiter auf den Prachtboulevard Chreschtschatyk, der erinnert stark an die Stalinalle in Berlin. Prachtbauten im Zuckerbäckerstil.
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| Auf dem Chreschtschatyk |
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| Auf dem Chreschtschatyk |
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| Auf dem Chreschtschatyk |
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| Auf dem Chreschtschatyk |
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| Auf dem Chreschtschatyk |
In die U-Bahn, diesmal zum Dnipro. Von hier aus soll man an der Uferpromenade entlang gut zur Statue der Mutter Heimat kommen. Das war ein Trugschluss. Die Uferpromenade ist geschlossen, wir müssen also einen anderen Weg wählen. Unsere Handy-Dame Klara hilft mal wieder und führt uns zum Höhlenkloster Lavra. Der gesamte Komplex ist sehr imposant anzusehen.
Bei Wikipedia ist zu lesen: Den Aufzeichnungen nach ließ sich der Einsiedler Antonius von Kiew (Antonij) aus Ljubetsch 1013 am Ufer des Dnepr in den Waräger-Höhlen nieder. Zusammen mit dem Mönch Theodosius von Kiew (Feodosij), der 1062 Vorsteher der Asketengemeinschaft wurde, gründete er 1051 ein orthodoxes Kloster. Im ausgehenden 11. Jahrhundert erfolgte der erste Bau der Maria-Himmelfahrt-Kathedrale (ukr. Успенський собор)
In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich der gesamte Klosterbereich zum führenden Kloster in der Kiewer Rus. Diese Tradition wurde auch nicht durch die Mongolenherrschaft von 1240 bis 1480 unterbrochen, obwohl Kiew in dieser Zeit seine Bedeutung als wichtige Handelsstadt mit Konstantinopel einbüßte. 1688 wurde dem Höhlenkloster der Ehrentitel einer „Lawra“ verliehen. Diese hohe Auszeichnung erhielten nur wenige bedeutende Klöster im orthodoxen Russland.
Nach der Russischen Revolution und den Wirren des Bürgerkriegs wurde das Höhlenkloster unter der jungen Sowjetmacht 1926 in ein staatliches Museumsreservat umgewandelt. Die Höhlen wurden 1929 geschlossen. Am Ende der Schlacht um Kiew im September 1941 wurde am 3. November 1941[1] die Maria-Himmelfahrt-Kathedrale (Uspenski-Kathedrale) von den deutschen Besatzern gesprengt. Reichskommissar der Ukraine Erich Koch gab als Grund an, dass unterworfene Völker keine identitätsstiftende Kultstätten haben sollten, die ihre Unabhängigkeitsbestrebungen stärken.
Weiter im Nieselregen in Richtung Mutter – Heimat - Denkmal.
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| In der Nähe von "Mutter Heimat" befindet sich das Militärmuseum |
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| Denkmal Mutter Heimat |
Unsere Lust auf Laufen nimmt immer weiter ab. Mit dem Bus fahren wir zur Metrostation Arsenal. Hier ist die tiefste U-Bahnstation der Welt. Die knapp 5 Minuten mit zwei irre langen Rolltreppen und zwischendurch Laufen tun wir uns an. Zwei Stationen später wieder hoch ans graue Tageslicht. Hier sind wir wieder in der unmittelbaren Innenstadt. Interessante Gebäude im zaristisch-russischen Baustil kennzeichnen das Stadtbild.
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| Fries an der pädagogischen Hochschule |
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| Opernhaus |
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| Goldenes Tor, altes Stadttor |
Es wird langsam dunkel und wir fahren mit der Metro zurück.
28. September 2019, Sonnabend
Auf der Liste der Neustrelitzer Ehrenbürger stehen auch vier sowjetische Militärangehörige. Nachdem wir uns im vergangenen Jahr nach Wagan Oganesowitsch Nikogosow in Georgien und Armenien erkundigt haben, mit dem Ergebnis, dass er wahrscheinlich in Jerewan verstorben ist und seine Kinder nach Israel ausgewandert sind, suchen wir diesmal nach Witali Gerasimowitsch Rolenko hier in Kiew. Die Adresse Darnitski Bulwar 21-74 finden wir.
Ukrainische, wie auch russische, armenische und georgische Wohnungen zu finden ist nicht so einfach. Alle Haupteingänge sind in der Regel verschlossen und können nur per Wechselsprechanlage mit dem Wohnungsinhaber geöffnet werden. Am Haus selbst steht nur die Hausnummer 21. Eine Frau hängt Wäsche auf, ich frage sie nach der Familie Rolenko – wohnt hier nicht! Ich zeige ihr die Adresse, sie führt mich zum Aufgang in dem sich die Wohnung Nummer 74 befindet. Sie wohnt im gleichen Aufgang und öffnet mir die Tür. Hoch in den dritten Stock und an der Wohnung 74 klingeln. Es passiert – nichts! Keiner zu Hause. Bei den beiden anderen Wohnungen auf der Etage klingeln, auch hier passiert nichts. Es ist offensichtlich, hier ist keiner zu Hause. Die Leute, die ich gesprochen habe kennen keine Familie Rolenko. Das kann sein. Wenn meine Erinnerung richtig ist, dann ist er/die Familie irgendwann in den 60-er, 70-er Jahren in die Sowjetunion zurück versetzt worden. Bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion waren es noch 10 bis 20 Jahre, anschließend knapp 30 Jahre seit der Unabhängigkeit der Ukraine. 40 bis 50 Jahre in derselben Wohnung im 3. Stock, das ist schon unwahrscheinlich. Dass die Familie hier keiner mehr kennt ist nach dem Umbruch der allgemeinen Lebensverhältnisse nachzuvollziehen. Schade, dass es nicht geklappt hat.
Weiter nach Krementschuk.
Laut Wikipedia: 230 000 Einwohner, Sitz des KrAS –
Autowerkes, Knotenpunkt von Erdöl- und Erdgaspipelines, Eisenbahnknoten, großer Stausee des Flusses Dnipro.
Die 300 km Straße hierher ist langsam und dann gut zu fahren. Hier findet gerade ein Stadtfest statt. Bühnen mit Musikgruppen sind aufgebaut, viele junge Leute sind unterwegs, gute Atmosphäre. Wir finden unseren Übernachtungsplatz am Kulturhaus. Dort stehen an einem Seitenausgang plötzlich viele sehr junge Leute, irgendwann wird gejubelt und dann sind alle weg. Wir nehmen an, die Teenie Idole sind nach dem Auftritt im Kulturhaus abgefahren. Ü: 49.060557, 33.417318
29. September 2019, Sonntag
Von Krementschuk nach Dnipro
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| Krementschuk am Morgen |
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| Krementschuk am Morgen |
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| Krementschuk am Morgen |
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| Krementschuk am Morgen |
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| Krementschuk am Morgen |
Eines unserer festen Ziele in der Ukraine ist die Millionenstadt Dnipro. Wir bringen einen Koffer aus Neustrelitz hierher. Tanja, aus Dnipro, pflegt in Neustrelitz einen älteren Herrn und hat ein Touristenvisum für drei Monate. Damit sie auf dem Rückweg nicht soviel schleppen muss haben wir uns bereit erklärt, den Koffer bei ihren Kindern abzugeben.
Über eine zum Teil sehr spezielle Straße kommen wir nach Dnipro. Übernachtung in einer Fernfahrer - Avtostojanka: 48.492159, 34.958188
Anruf per WhatsApp, wir verabreden uns für morgen.
Dnipro (ukrainisch Дніпро[4], russisch Днипро Dnipro[5], 1926–2016 Dnipropetrowsk, ukrainisch Дніпропетровськ, russisch Днепропетровск/Dnepropetrowsk, Weiteres unter Geschichte des Stadtnamens) ist mit etwa einer Million Einwohnern[2] nach Kiew, Charkiw und Odessa die viertgrößte Stadt der Ukraine und ist das administrative Zentrum der Oblast Dnipropetrowsk und des Rajon Dnipro.[6] Sie liegt an drei Seiten der Mündung der Samara in den hier aufgestauten Dnepr und 404 km südöstlich der Hauptstadt Kiew in der zentralöstlichen Ukraine.
Als historisches Zentrum des Gebiets Neurussland und des Gouvernement Jekaterinoslaw war die Stadt ein bedeutendes Zentrum in der südlichen Ukraine.[7] Sie war eines der wichtigsten Zentren der Kernenergie-, Waffen- und Raumfahrtindustrie der Sowjetunion und ist der Standort von KB Juschnoje, einem großen Entwickler und Juschmasch, einem großen Hersteller von Raketen und Satelliten. Wegen der ansässigen Rüstungsindustrie wurde die Stadt geschlossen und blieb es bis in die 1990er Jahre. Die Stadt ist ein wichtiger Finanz- und Industriestandort der Ukraine, Sitz diverser Finanzinstitute, darunter der größten (nichtöffentlichen) ukrainischen Bank, der Privatbank. Darüber hinaus ist die Stadt durch das hier befindliche Operative Armeekommando Ost ein bedeutender Standort der Ukrainischen Armee.
30. September 2019, Montag
Zur Straßenbahnendhaltestelle am Prospekt Mira. Kurzer Anruf, Igor, der Sohn, kommt und holt den Koffer ab.
Er hat uns ganz leckeres Selbstgekochtes zum Essen mitgebracht. Igor läuft mit dem Koffer im Schlepp nach Hause.
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| Dnipro |
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| Dnipro |
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| Dnipro - Wasserski-Seilbahn |
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| Dnipro |
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| Dnipro |
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| Dnipro |
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| Dnipro |
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| Dnipro |
Ukrainische Sprache
Auf der Seite des MDR lesen wir: Ich bin auf der Krim-Halbinsel aufgewachsen, meine Muttersprache ist Russisch. Ukrainisch fand in meinem Leben erst durch den Ukrainischunterricht in der Schule statt. Heute aber macht es für mich keinen großen Unterschied, ob ich Russisch oder Ukrainisch spreche. Auch wenn ich im Alltag in Kiew eher Russisch spreche, weil in der Hauptstadt einfach noch Russisch überwiegt. Und hier kann das mit den Sprachen teilweise recht absurd werden: So spricht etwa mein Bekannter, der ausländischer Diplomat ist, sehr gut Ukrainisch. Klar, denkt man, dass er in der Ukraine etwa mit Kellnern auch Ukrainisch spricht. Doch obwohl er ganz klar als Ausländer erkennbar ist und obwohl es auch gar keine Selbstverständlichkeit ist, dass Ausländer gut Ukrainisch können, wird ihm viel öfter auf Russisch geantwortet.
Eine offizielle Sprache und trotzdem zweisprachig
Das zeigt: Auch wenn Ukrainisch die offizielle Sprache ist, unser Land ist eindeutig zweisprachig – dafür ist Russisch hier zu tief verwurzelt. Einerseits ist das der gezielten Russifizierung des heutigen ukrainischen Gebietes zu den Zeiten des Russischen Reiches zu verdanken, andererseits war die Entwicklung des Russischen in einzelnen Regionen des Landes allein durch die geografische Nähe zu Russland durchaus.
Vielmehr hat ein Teil der heutigen Ukraine nicht nur einfach Russisch gesprochen, sondern dessen Entwicklung massiv mitgeprägt. So stammt zum Beispiel eine Reihe der bekanntesten russischsprachigen Schriftsteller, dazu gehören etwa Nikolaj Gogol oder Michail Bulgakow, aus der Ukraine.
Wir fahren über schwierige Straßen bis nach Melitopol, bis zur Krim ist es nur noch ein Katzensprung.
Ü: 46.836093, 35.358464, Avtostojanka
1. Oktober 2019, Dienstag
Über 400 km bis Odessa, die Straße lässt sich gut fahren
Ü: 46.467067, 30.760165 Parkplatz auf einem Parkdeck mit Blick auf das Schwarze Meer über Bäume hinweg. Der von uns vor der Ankunft auserkorene Platz war nicht mehr erreichbar, hier stand ein großer Hotelkomplex im Wege.
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| Odessa am Abend |
2. Oktober 2019, Mittwoch
Ein Tag Odessa
Von unserem Parkplatz aus ist es ein Katzensprung bis zur Strandpromenade. Bei Sonnenschein, leichtem Wind und sehr angenehmen Temperaturen schlendern wir bis zur Potjomkinschen Treppe.
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| Unser Parkplatz mit Ausblick |
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| Schwarzmeerufer |
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| Delfinarium |
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| Weltkriegsdenkmal |
Als der russische Feldmarschall Grigori Alexandrowitsch Potjomkin am 16. Oktober 1791 im Alter von 52 Jahren auf einer Reise durch die moldawische Steppe starb, fiel die Zarin Katharina die Zweite in eine tiefe Depression.
„Ihr könnt Euch das Ausmaß meines Kummers nicht vorstellen. Er hatte ein wunderbares Herz.“
Grigori Potjomkin war nicht irgendein Feldmarschall, sagt Franziska Schedewie. Sie lehrt Osteuropäische Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena:
„Er gilt als einer der wichtigsten Staatsmänner in Russland im 18. Jahrhundert. Aufgestiegen war er als Favorit Katharinas der Zweiten, hat aber als Einziger eine zweite Rolle eingenommen, nämlich die eines Mitherrschers.“
Potjomkin, 1739 bei Smolensk geboren, entstammte dem niederen Landadel. Als junger Soldat ging er an den Hof in St. Petersburg und machte sich rasch einen Namen, nicht nur, weil er den deutschen Akzent der aus Preußen stammenden Zarin perfekt persiflieren konnte.
„Er muss ein eindrucksvoller Mann gewesen sein, groß, wuchtig, viele Haare auf dem Kopf, hat sich nur von einer Seite portraitieren lassen, weil er ein Auge verloren hatte, er entsprach wahrscheinlich einem gewissen wilden überbordenden Männlichkeitsideal. Insofern er auch nicht adrett gekleidet war, wenn er zu Katharina ging, sondern in einem Morgenmantel mit einem rosafarbenen Schal umgewickelt.“
Ein Kerl nach dem Geschmack der Zarin, die nach dem Tod ihres Mannes eine europaweit berüchtigte Vorliebe für schmucke, junge Soldaten kultivierte. 1774, da war sie 44, er 34, wurde Potjomkin ihr Bett-Favorit.
„Mein kleiner Grischa, Du überwältigende Schönheit, Du klügster, mutigster, fröhlichster Mann von der Welt, Du Freudenspender.“
Potjomkin war eine Ausnahmeerscheinung
Die heißeste Glut erlosch bald. Vielleicht lag es daran, dass Potjomkin die unangenehme Angewohnheit hatte, immerzu an Rettichen oder an seinen Fingernägeln zu knabbern. Politisch hielten die beiden weiter zusammen. Sogar bei der Auswahl ihrer neuen Gespielen hatte er ein Wörtchen mitzureden. Sie traute ihm, weil er sie nie belog und es sogar wagte, ihr gelegentlich die Stirn zu bieten.
„Auch in der Hinsicht war Potjomkin eine Ausnahmeerscheinung, auch weil er derjenige war, mit dem sie sich unterhalten konnte.“
In den 17 Jahren, die sie zusammen regierten, trieben sie ihren Traum von einer Expansion nach Süden aggressiv voran: Die Einbindung der eigenwilligen Kosakenvölker ins russische Reich, die Besiedlung der südrussischen Steppe, der Bau der Schwarzmeerflotte, die Vertreibung der muslimischen Tataren und 1783 die Annexion der Krim. Hinter all dem stand eine Idee: das „Griechische Projekt“.
„Es umfasst einmal die Verdrängung des osmanischen Sultans und die Gründung eines russischen Kaiserreichs um das Schwarze Meer herum.“
Er ermöglichte der Zarin eine Prunkreise
Europa sollte vom Islam befreit und das oströmische, sprich christlich-griechische Kaisertum neu errichtet werden. So weit ist es nie gekommen. Und doch: Als Potjomkin 1789 die türkisch besetzte Festung Otschakiv am Nordufer des Schwarzen Meeres einnahm, jubelte der deutsche Dichter Christian Schubart:
„Viktoria, Russen ihr Männer von Eisen!
Es lebe die mächtige Fürstin der Reußen!
Es lebe Potjomkin, der Sieger und Held,
Dass Stambul, die Stolze, wie Otschakof fällt!“
Rätselhaftes russisches Herz
Und Potjomkin wusste auch die Werbetrommel zu rühren. 1787 organisierte er für die Zarin eine Prunkreise von St. Petersburg zum Schwarzen Meer. Glückliche, winkende Menschen standen an den Straßen und Flussufern. Aus der Ferne grüßten neu errichtete Städte und Dörfer. Zu schön, um wahr zu sein, dachten Potjomkins zahlreiche Neider und behaupteten später, die Kirchtürme und Dörfer seien nur auf Bretter gemalt gewesen: Potjomkinsche Dörfer, wie man bis heute sagt.
Mit der Wahrheit hat das allerdings wenig zu tun. Ob Cherson, Mikolajew, Sewastopol oder Simferopol: Die von Potjomkin und Katharina gegründeten Städte stehen bis heute, genau wie das Dorf Tschischowo bei Smolensk, wo Potjomkin geboren wurde und wo, nach festem Glauben der Dorfbewohner, sein rätselhaftes russisches Herz in der Erde ruht.
Diese Treppe ist durch den Film Panzerkreuzer Potjomkin berühmt geworden. Sie ist so konstruiert, dass man von unten nur die Stufen und von oben nur die Absätze zwischen den Stufen sieht. Unten ist sie um neun Meter breiter, so dass aus dieser Perspektive eine Treppe mit zwei parallelen Wangen zu sehen ist, keine perspektivische Verzerrung. Geometrie pur!
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| Odessa - Potjomkinsche Treppe von unten, man sieht nur die Stufen |
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| Odessa - Standseilbahn neben der Treppe |
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| Odessa - Standseilbahn neben der Treppe |
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| Odessa - Potjomkinsche Treppe. Man sieht keine Stufe, sondern nur die Absätze. Es scheint, als ob die Seiten zueinander parallel verlaufen! |
Nach der imposanten Treppe gehen wir rein in die Stadt. Planmäßig angelegt, repräsentative Steinhäuser, weitläufige und belebte Plätze, offene Atmosphäre. Odessa scheint eine lebenswerte Stadt zu sein.
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| Odessa - Denmal für Katharina II. |
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| Odessa - Opernhaus |
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| Odessa - Straßenkreuzung |
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| Odessa, hier kann man gut leben. |



































































Interessant ! Gute Weiterreise !!
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